|

Erfahrungsbericht Cobi.Bike

An meinem Riese & Müller Supercharger Bike habe ich ein Bosch Nyon verbaut und bin bis auf ein paar Kleinigkeiten recht zufrieden damit. Allerdings verfolge ich schon seit einigen Jahren das Cobi.Bike System und habe es mir nun auch gekauft, in der Hoffnung eine wirklich smarte Lösung gefunden zu haben.

Auf einer 110 km langen Tour konnte ich erste Erfahrungen damit sammeln und bin dann doch ziemlich überrascht, wie viele negative Punkte bzw. Einschränkungen mir zu diesem System aufgefallen sind:

Mechanik

  • Universalhalterung klemmt oft (Abhilfe: Silikonspray und sehr oft auf und zu machen)
  • Beim Einlegen eines Smartphones (z.B. Samsung S8) mit Silikon-Schutzhülle, wird diese vom Halter nach unten geschoben
  • Die Tasten an der Seite werden beim Einlegen gedrückt
  • App wird nach dem Einlegen teilweise auf dem Kopf dargestellt

Navigation

  • Keine POI-Anzeige in der aktiven Navigation
  • Keine Suche nach POI wie z.B. Hotels in der Nähe oder entlang der Route
  • Karte wird sehr oft nicht in Fahrtrichtung dargestellt
  • Eigene POI können nicht importiert werden
  • Eine Markierung und Speicherung von Highlights ist nicht möglich
  • Keine Importfunktion von GPX Daten wie z.B. von Garmin BaseCamp oder anderen Systemen
  • Weicht man von der Route ab, gibt es teilweise völlig absurde Neuberechnungen mit ständig schwankenden Kilometerangaben. Irgendwann “fängt” sich das System und die Daten der geplanten Komoot Tour stimmen wieder.
  • Lautstärke kann nicht getrennt für Navi-Ansagen eingestellt werden

Wo sind die Fitness- und Tourdaten?

  • Besonders der Kalorienverbrauch wird am Ende zwar angezeigt und vorgelesen, aber danach sind die Daten weg. Ich möchte meine Daten nicht an US Anbieter wie z.B. Strava übertragen, sondern die Daten in meinem Telefon oder an einem sicheren Ort in Deutschland haben.
  • Keine Statistik der genutzten Motor-Unterstützungsstufen
  • Cobi.Bike hätte die Möglichkeit so viele Informationen bei einer Tour dazustellen, aber es gibt nur rudimentäre Daten
  • Warum gibt es als Bosch Unternehmen keine Schnittstelle zum Bosch eBike Connect?

Allgemein

  • Der rechte Teil des Dashboards wird nicht wirklich genutzt. Hier könnte z.B. bei der Navigation auch eine kleine Karte angezeigt werden.
  • E-Bikes mit Bosch Dual Akku werden zwar unterstützt aber es gibt keine Anzeige der einzelnen Akkus
  • Die Bedienungsanleitung bzw. das was man auch online findet ist nicht anwenderfreundlich, viele konkrete Fragen werden nicht beantwortet werden. Warum gibt es als deutsches Unternehme keine vollständige deutsche Bedienungsanleitung, sondern nur Google Übersetzungen?
  • Eine Pixelshift Funktion gegen das Einbrennen der Menüs bei OLED Displays ist leider nicht vorhanden

Besonders geärgert hat mich, dass mal eben Fotos machen mit Cobi nicht mehr möglich ist, da das Herausfummeln und USB Kabel entfernen kein spontanes Fotografieren mehr zulässt! Hier sollte Cobi.Bike unbedingt auch für andere Smartphones (z.B. Samsung S8/S9) eine Mount Case Lösungen, wie es sie fürs iPhone gibt, anbieten.

Um Cobi gerade bei der Navigation und den Fitnessdaten sinnvoll nutzen zu können, werden teilweise kostenpflichtige Anbieter wie Komoot und Strava benötigt, bei denen man sich anmelden muss.

Alles in Allem ist das Cobi System ganz nett aber weit davon entfernt was ein Bosch Nyon derzeit leistet. Seit Jahren sind viele meiner Punkte bekannt aber Cobi.Bike setzt diese leider nicht um.

Ist Cobi.Bike smart? Nein, noch nicht!

Kaufempfehlung? Nein.

Anmerkung: Ich habe meine Erfahrungen auch dem Cobi Support mitgeteilt und auf viele Fragen sehr schnell eine Antwort bekommen. Da aber immer noch einige Punkte unklar sind, kann ich meine Beurteilung derzeit noch nicht ändern. (Stand: ab September 2018, App Version 1.11.19/21, 1.12.5 Android, Hub Version 1.9.4)

04.11.2018

Ich habe das Cobi System wieder abgebaut und verkauft.

Warum? Heute wollte ich spontan eine kleine Tour machen und dabei Cobi nutzen, was aber so nicht möglich war.

Zuerst war der interne Akku leer, weshalb eine Kopplung mit dem Smartphone nicht möglich war und damit auch keine Funktionen des E-Bikes funktionierte. Ich musste erst das Ladegerät an mein Bike anschließen und 10 Minuten warten. Erst danach war eine Kopplung zum Cobi Hub möglich. Auf der Tour funktionierte dann die Karte nicht und war eingefroren; später wurden falsche Standorte angezeigt. In Komoot wurde der Standort übrigens sofort richtig angezeigt.

So ein unzuverlässiges System, bei dem ich als gelegentlicher Hobbyfahrer nicht sicher sein kann, ob es auch funktioniert, wenn ich es nutzen möchte, ist für mich unakzeptabel. Ich habe also das Bosch Nyon wieder montiert und selbst nach Wochen funktionierte dieses System sofort.

Cobi ist für mich nicht “Smart” und die 250 Euro waren ein klarer Fehlkauf.

Zuletzt geändert: 7. August 2019

7 Responses to :
Cobi.Bike – Licht und Schatten? (Update)

  1. Anton Hämmerle sagt:

    Ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht und benütze Cobi auch nicht mehr. Unterwegs öfters komplett Ausfall, dann kann man nicht mehr schalten oder hat gar keine Motorunterstützung, auf jeden Fall noch lange nicht ausgreift.

  2. Herbert Böhm sagt:

    ….. schließe mich den vorausgegangenen Erfahrungen an, und bin zum Nyon zurück und habe das COBI wieder verkauft.
    Allerdings sollte die Kartensarstellung beim Nyon deutlich verbessert werden , dann wäre es fast perfekt.

  3. Andre sagt:

    Ihr habt es nur nicht korrekt bedient.
    Wenn der interne Akku entleert ist reicht ein Tastendruck auf den Akku des Rads und sofort wird der interne Akku versorgt.
    Absolut sinnvoll, da sonst bei längerer Standleitung der Hauptakku entleert würde.

    1. Thorsten sagt:

      Ob sinnvoll oder nicht will ich nicht entscheiden, aber der Nyon braucht diese Prozedur, selbst nach Wochen nicht und es setzt auch vorraus, dass man an den internen verbauten Akku komfortabel herankommt.

    2. v.b. sagt:

      Es gibt aber leider ebikes,deren Akku nicht von außen angeschaltet werden kann.

      Was dann?

  4. Dieter sagt:

    Mein Hauptproblem mit Cobi ist: selbst bei leichtem Regen: Komplettausfall und Kurzschluss. Gerät wurde eingeschickt und ausgetauscht. Ich fahre jetzt nicht mehr bei Regen, also nur absolutes Sommerrad.
    Komplettausfall auch bei niedrigen Bordsteinen und Schlaglöcher. Wahrscheinlich interner Wackelkontakt.

  5. Ulrich sagt:

    Ich habe eine wahrscheinlich neue Version, das Rad Mitte Mai 2020 erworben.
    Intuitiv geht anders. Die App verhält sich unterschiedlich, ob das Handy hochkant oder quer liegt. Das Routing nimmt keine Rücksicht auf Steigungen und fährt seltsame Strecken, statt einfach nur einen schönen Radweg zu wählen – OsmAnd kann das. Während der Fahrt ist eine Zieleingabe nervig: zu kurze Timeouts, die Leerzeichentaste ist durch die Handyhalterung nicht erreichbar. Es ist auch nur ein einziges Ziel eingebbar.

    Für mich wichtige Daten werden nicht angezeigt: Höhe, bereits gefahrene Strecke bei einer Route. Dafür zählt die App die hochgefahrenen Höhenmeter folgendermaßen: “wir sind auf 60 Metern Höhe, oh, unter der Brücke habe ich den Empfang verloren, ah, der Empfang ist wieder da, plus 60 Höhenmeter. So komme ich bei einer Runde um einen flachen See auf +560 Meter.
    Der Kalorienberechnung traue ich auch nicht weiter: 500 Kalorien für eine völlig unangestrenge 1-Stunden-Fahrt im Sportmodus? Niemals.

    Die “COnnected-BIke.bike”-App per Splitscreen um vernünftige Apps zu ergänzen erstaunt sie sehr – abgeschnittene Zeichen und allgemeine Fehlfunktionen.

    Mit einer anderen App im Vordergrund kommen auch keine Fahransagen mehr oder welche Unterstützungsstufe ich gerade per Taste gedrückt habe. Bei einer meiner Fahrten mit Bluetooth-Kopfhörer ging bei jeder Ansage, bei jedem Tastendruck die Musik aus. Am Tag danach funktionierte es wieder.

    Ach, mein Fahrrad wird beim ersten Start ausgelesen.
    Beim Gewicht verschätzt sich die App um 6 kg nach unten. Dafür besteht sie auf den Radumfang von 28-Zoll-Rädern, das Rad hat 27,5-Zoll-Räder und ich bekomme den Wert nicht geändert. Macht 4 cm Fehler pro Radumdrehung.

    Echt, ich habe gerade mal 8 Fahrten hinter mir und empfehle jedem einschließlich mir, einen Standard-Radcomputer mit simpler Flüssigkristallanzeige zu nehmen und eine vernünftige Handyhalterung im Senkrecht-Betrieb für Apps, die während der Fahrt nützlich sind.

    Das Fahrrad behalte ich. Vielleicht ist die die App bald in Ordnung. Ich warte mal auf 2022.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.