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Durch Zufall bin ich auf ein Startup-Unternehmen aus Österreich aufmerksam geworden, das den sogenannten “Flasher” entwickelt hat. Dabei handelt es sich um smarte Armreifen, die Radfahrern, Scooter Nutzern und Joggern, besonders bei Dunkelheit, mehr Sicherheit geben sollen.

Da ich solche Gadgets liebe, habe ich sie mir gleich bestellt und möchte euch den Flasher nachfolgend vorstellen.

Der erste Eindruck

Kurz gesagt sind die Flasher beleuchtete smarte Armreifen, die seitlich an den Oberarmen getragen werden. Der Verschlussmechanismus ist im Durchmesser sehr variabel, wobei der kleinste Durchmesser bei ca. 6,5 cm liegt. Die gummierte Oberfläche gibt auf allen Stoffmaterialien oder direkt auf der Haut, einen sicheren angenehmen Halt.

Des Weiteren haben die Geräte ein gutes Verhältnis von Größe und Gewicht und sind tadellos verarbeitet.

Die Flasher werden in einem kleinen Karton geliefert, aber wo das Produkt hergestellt wird, ist leider nicht zu erkennen.

Bedienung

Mit einem längeren kräftigen Druck in der Mitte der Armreifen wird das jeweilige Gerät eingeschaltet. Es dauert dann ca. 10 Sekunden, bis die Geräte sich miteinander verbunden haben. Danach kann man mit einem kurzen kräftigen Druck an einem der beiden Geräte die einzelnen Modi auswählen, die dann von der anderen Seite automatisch übernommen werden.

Modus 1 – Blinker für den Tageseinsatz

Modus 2 – Night Mode mit Beleuchtung und Blinker für Dämmerungs- und Nachteinsatz

Modus 3 – Jogging Mode mit dauerhaftem gelbem Licht

Modus 4 – Emergency Mode mit rotem Blinklicht

Die Armreifen sind nicht richtungsgebunden. Sollte allerdings im Night Mode die rote Beleuchtung einmal vorn statt hinten sein, einfach den Blinker der betroffenen Seite mit einer Bewegung des Ellenbogens nach oben aktivieren und danach passen dann wieder Vorder- und Rücklicht.

Alle Funktionen könnt ihr euch auch auf der Flasher Homepage ansehen.

Praktische Erfahrungen

Neben eigenen Testfahrten und Anwendungsversuchen, habe ich den Flasher auch einer Berufsradpendlerin gegeben, die jeden Tag 40 km im dichtesten Hamburger Straßenverkehr, mit potentiell gefährlichen Abschnitten, fährt.

Ihre Meinung:

Komme morgens um 6:55 Uhr aus der Haustür, mit angeschalteten Flashern am Arm. Meine Nachbarin kommt gerade aus dem Haus gegenüber auf der anderen Straßenseite und ruft, „Wie cool ist das denn?! Man sieht dich richtig gut!“

Bin mit gemischten Gefühlen los, weil ich ein wenig Bedenken hatte, dass ich mich mehr auf die Flasher konzentriere als auf den Verkehr. Das war dann aber gar nicht der Fall. Es war stockdunkel als ich losfuhr und ich hatte ein „helles“ Gefühl. Auch das Blinken hat gut funktioniert. Es war, denke ich, auch nicht zu hell, sodass es die Autofahrer nicht irritiert.

Bettina, Hamburg

Eine wichtige Anmerkung von Bettina ist auch, dass Autofahrer einen auch dann deutlich besser wahrnehmen, wenn man an der Seite oder im toten Winkel eines Fahrzeugs steht.

Fazit der Testperson: Leichte Handhabung, stört nicht am Arm, gibt ein sichereres Gefühl auf der Straße. Besonders in der Dunkelheit und bei viel Verkehr.

Bettina, Hamburg

Ich selbst empfinde die Flasher auch als großen Sicherheitsgewinn, egal ob auf dem Zweirad oder zu Fuß.

Anmerkungen

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die im Night Mode nach vorn gerichtete weiße Beleuchtung außerdem als eine Nahfeld-Ausleuchtung dient und so im Dunkeln, z.B. beim Abschließen des Rads, immer eine gewisse Beleuchtung vorhanden ist.

Bei absoluter Dunkelheit – Ausleuchtung mit den Armreifen

Die Armreifen sind auch getrennt voneinander nutzbar. In dem Fall ist dann allerdings nur der Jogging- oder Emergency Mode sinnvoll.

Wird der Flasher im Night Mode nicht bewegt, schaltet sich dieser nach ca. 100-120 Sekunden automatisch aus, was mir bei einer längeren Wartephase auch schon passiert ist.

Kritik und Wünsche

Es gibt beim Aufladen der Geräte keine Ladeanzeige, weshalb man erst auf das Gerät drücken muss, um den Ladezustand zu erfahren. Hier hätte ich mir eine dauerhafte optische Ladeanzeige gewünscht.

Ohne dauerhafte Ladezustandsanzeige

Der Emergency Mode hat blinkendes, rotes Licht. Mir ist nicht klar, warum der Hersteller sich hier für Rot und nicht für Gelb entscheiden hat.

Es ist schade, dass es keinen Night “Only Light” Modus ohne Blinker gibt. Durch die Beleuchtung nach vorne wäre dieser fürs Joggen viel interessanter.

Ich würde mir eine App für die Einstellungen wünschen, in der ich z.B. die Farbe des Emergency Mode einstellen, die Reihenfolge der Modi (Gerät einschalten und sofort ist mein Modus aktiv) ändern oder einen eigenen Modus erstellen kann.

Einer der größten Kritikpunkte ist aber, dass die Gestensteuerung zu oft durch normale Bewegungen den Blinker auslöst. Man kann sich zwar damit arrangieren und lernt schnell wie der Flasher reagiert, aber es kommen immer wieder Fehlauslösungen vor. Man sollte den Flasher deshalb auch erst auf dem Fahrrad aktivieren.

Mein persönliches Fazit

Ein wirklich cooles Produkt, dass seinen Preis von ca. 190 Euro durch einen hohen Sicherheitsgewinn rechtfertigt. In dieser Preisklasse sollte man allerdings eine App zum Konfigurieren erwarten können.

Man muss den Flasher selbst erleben und sehen, da die Fotos nicht den realen Eindruck widerspiegeln.

Zuletzt geändert: 5. Februar 2023

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