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1. Tag

Unsere Motorradtour nach Norwegen beginnt. Die Anreise von Hamburg nach Hanstholm ist über 500 km doch recht anstrengend. Kälte, Regen und Wind macht aus der nächtlichen Anreise kein Vergnügen. Nach ca. 6  Stunden erreichen wir die Fähre und können um 10.30 Uhr nach Norwegen übersetzen.

In Kristinasand (Ankunft ca. 13.00 Uhr) wird dann in der Einkaufsmeile Geld geholt und ein Kaffee getrunken.

Danach geht es mit unserer eigentlichen Tour los.

Eine wunderschöne Natur aus Wäldern, See und Flüssen bietet sich bereits nach wenigen Kilometern an. Leider ist das Wetter nicht so nett und es begleiten uns Regen und kühle Temperaturen. Viele kleine Stopps und das ständige “Halsverdrehen” scheint für Norwegenanfänger das typische Verhalten zu sein.

Nach ca. 200 km finden wir dann ein Hotel beim See Ortevatn in den Bergen. Am Abend gibt es ein nettes Essen und die Nacht ist sehr ruhig und erholsam. Zimmerpreis und Restaurantkosten sind sehr hoch und so erleben wir schnell, die von vielen Anderen genannten Erfahrungen bezüglich der Preise am eigenen Leib.

2.Tag

Nach einem guten und reichhaltigen Frühstück und der Information von Conni, dass ich am Abend zuvor Rentier gegessen habe soll (und ich esse nie Wild), geht es weiter Richtung Lysefjord. Die Anfahrt zur Fähre ist mehr als atemberaubend und voller optischer Natureindrücke. Vieles erinnert an die Dolomiten, so wie sich Norwegen uns darstellt, hat aber dennoch einen ganz besonderen Charme. Das Wetter ist sehr gut und die Sonne tut alles, um diese wunderschönen Eindrücke perfekt zu untermalen.

Kurz vor der Abfahrt in den Lysefjord ist ein beeindruckender Stopp Oygardstol, um direkt in die Schluchten zu schauen. Die Serpentinen und der abschließende Tunnel in den Fjord sind für Kurvenliebhaber wie ein Geschenk. Ungeübten Fahrern wird hier schnell die “Luft” ausgehen, besonders wenn auf den engen Straßen Gegenverkehr kommt.

 

Da die Fähre nur zweimal am Tag fährt und unsere erst gegen ca. 15.30 kommen soll, verbringen wir die Wartezeit mit Nichtstun. Am Fähranleger selbst ist bis auf einen kleinen Kiosk nichts los.

Die genauen Daten zu den Fährverbindungen und die Vorreservierungsnummer findet man unter kolumbus.no.

Wir fahren mit der Fähre nicht durch den ganzen Lysefjord und können so leider auch nicht die Preikestolen von unten aus sehen. Wir fahren nämlich bereits bei Songesand runter, wo uns die Tour über Eide und Hjelmelandsvagen nach Sand bringt.

 

In Sand übernachten wir direkt am Fjordhafen in einem Hotel. Das gute Zimmer und das Essen lassen den Tag entspannt ausklingen.

3. Tag  

Am frühen Morgen regnet es und die Wolken hängen tief im Hylsfjord. 

Wir fahren mit der Fähre über den Fjord, um auf die 520 zu kommen. In den Bergen liegt noch vereinzelt Schnee und es ist kalt. Wir fahren über die 13 Richtung Odda. In Odda gönnen wir uns einen kleinen Kaffeestopp und fahren dann auf der 550 am Westufer des Hardangerfjord weiter. Die 520 ist aufgrund seiner bergtypischen Streckenführung besonders schön zu fahren. Die 550 führt durch norwegisch Obstplantagen, die man dort eigentlich nicht vermutet. In Jondal setzen wir über auf die 49, um dann auf der 7 direkt nach Bergen zu gelangen. Eigentlich wollen wir unterwegs ein Hotel finden, was uns aber leider nicht gelingt. In Bergen wird es hoffentlich mit der Hotelsuche besser werden.

 

 

 

In Bergen ist es dann aber nicht möglich ein Zimmer zu bekommen. Alles ausgebucht!

Wir haben das Gefühl, dass Motorradfahrer in den Hotels dort nicht gerne gesehen sind. Ein Hotel telefoniert dann rum, um noch eine Doppelzimmer für uns zu finden, was dann auch gelingt. In dem Hotel angekommen heißt es dann, dass kein Zimmer mehr frei sei. Nach meinem Hinweis auf den Anruf des anderen Hotels ist dann doch ein Zimmer frei. Für uns sieht das nach reiner Verarschung aus und wir verlassen das Hotel. Wir haben dann noch selbst Glück und können direkt in der City ein Apartment buchen.

Eine Maut in Bergen mag ja schön und gut sein, auch das Motorräder nichts zahlen müssen. Aber bitte wo sollen Hotelgäste parken? Es gibt eigentlich keinen Parkraum!

Nach diesem Erlebnis werden wir zukünftig Bergen meiden oder nur noch durchfahren.

4.Tag

Es regnet! Wir packen unsere Sachen, frühstücken und beladen unsere Maschinen. In der Nacht wurde an meiner Maschine das Außenthermometer geklaut!

Genervt fahren wir zu den berühmten Holzhäusern am Hafen und fahren gleich weiter, da auch hier kein Parken möglich ist. Aufgrund verschiedener Warnungen nicht falsch zu Parken, gehen wir dieses Risiko nicht ein.

Die 16 führt uns schnell von Bergen weg. Kurz hinter Dale fahren wir auf die 569. Dann geht es auf die kleine Bergstraße 344. Diese Straße hat es in sich! Tolle Eindrücke, aber teilweise auch extrem anspruchsvoll zu fahren. 

  

Die 344 führt uns dann auf die 13 und bringt uns nach Balestrand. Leider sind auch hier alle Hotels ausgebucht. Am Wikinger-Treff werden wir an ein Paar mit Ferienwohnung vermittelt und essen abends einen typisch Fischspieß mit Pommes. Mit dem deutschen Betreiber und den deutschen Gästen entsteht ein nettes Gespräch über Norwegen und Auswandern.

Für die Unterkunft fahren wir dann noch 20 km und beziehen dann eine nette Wohnung mit Kamin. Bei einem Lagerfeuer mit den Vermietern lassen wir den Abend mit Bier ausklingen.

5. Tag

Wieder Regen! Wir lassen uns Zeit, gehen noch frisch geräucherten Lachs einkaufen und frühstücken mit Brötchen, Lachs und Kinderschokolade an der Straße. 

Das Wetter wird immer besser und so fahren wir auf der 55 Richtung Lom und erleben eine einmalige Hochpaßstraße. Viele Pausen und Kaffeestopps prägen den heutigen Tag. 

In Lom geht es kurz auf die 15 und dann auf die 51. In Hindseter finden wir das Fjellhotel und genießen bei einem einmaligen Ausblick den traumhaften Sonnenschein. 

 

6. Tag

Ein perfekter Sommermorgen empfängt uns zum Frühstück. Heute ist der erste Tag, der mit einem typischen Sommergefühl startet.

Wir fahren weiter auf der 51 Richtung Süden. Die 51 ist wie die 55 wunderschön und absolut zu empfehlen. 

Die 51 führt uns viele Kilometer über eine Hochgebirgsstraße an Skigebieten vorbei. Hier kann man Shoppen gehen oder einfach nur dem Treiben zu sehen.

 

Über die 33 und 34 geht es direkt nach Oslo. In Oslo finden wir unmittelbar in Holmenkollen ein sehr schönes Hotel. Wir schauen genau auf Oslo aber das Wetter ist doch so schlecht, dass die Aussicht nicht optimal ist.

7. Tag

Regen und Nebel lassen diesen Tag eher mittelmäßig beginnen. Wir verlassen das Hotel erst gegen 12 Uhr und besuchen einen Geschäftspartner von Conni. Danach verlassen wir Oslo auf der E134. Über die 40 fahren wir auf die 37 Richtung Telemark.  

In Rjukan beziehen wir das Hotel Gaustablikk direkt am Berg Gaustatoppen an der FV651. Am Abend trauen wir unseren Augen nicht, als wir das Büfett sehen. Alle Sorten von Fisch, Garnelen und Hummer stehen in großen Schüsseln neben anderen Gaumenfreuden. Dieses Hotel ist uns einen Tipp wert!!!

Dies ist leider unser letzter Abend, da wir die Fähre von Kristiansand nach Hirtshals früher umgebucht haben.

8. Tag

Der letzte Tag zur Fähre führt uns durch die Telemark. Wir fahren vom aus Hotel auf der wunderschönen Bergstrecke FV651 weiter. Diese endet wieder auf der E134. Wir folgen der E134 und wechseln auf die 41. Dieser folgen wir sehr lange Richtung Kristiansand bis zur E18, die uns dann direkt nach Kristiansand führt. 

In der Stadt kaufen wir noch Proviant und trinken einen Milchkaffee, um dann zum Fähranleger zu fahren.

Diesmal fahren wir mit der Colorline Express von Kristiansand nach Hirtshals. Es ist schon auf See sehr windig und die schmale Fähre ist stark am schaukeln. Der Sturm setzt sich auf der gesamten Rückfahrt durch Dänemark nach Hamburg fort. Es regnet und ist kalt! Unser Lust hat den absoluten Tiefpunkt erreicht. Gegen 2 Uhr erreichen wir Hamburg.

Der Urlaub ist zu Ende.

 

Fazit:

Die Preise sind auf einem hohen Niveau. Hotelübernachtungen, Essen und Trinken sind bei mittelmäßiger Qualität so teilweise nicht akzeptabel.

Es mag sein, dass für Norweger die Preise normal sind, aber für uns passt es nicht ins Urlaubskonzept. Ein Bier von 0,3 Litern für ca. 9 Euro oder eine Flasche Rotwein für ca. 50 Euro, lassen keine Urlaubsstimmung aufkommen. Hotelübernachtungen im Doppelzimmer liegen in der Regel bei ca. 140 Euro. Das Abendessen in den Hotels kommt mit ca. 50 Euro ohne Getränke pro Person noch hinzu. 

 

Norwegen ist ein sehr schönes Land aber für uns keine Land, um mit dem Motorrad Urlaub zu machen.

Reisezeit 21.07.07 – 28.07.07

Zuletzt geändert: 4. Oktober 2018

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