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Vorwort

Leider hat Conni vier Tage vor Urlaubsbeginn einen akuten Bandscheibenvorfall bekommen und so haben wir keine Möglichkeit, die geplante Motorrad Reise mit den Motorrädern durchzuführen. In letzter Minuten ist es uns gelungen die beiden Stellplätze auf dem Autoreisezug gegen einen KFZ Stellplatz zu tauschen und so werden wir die Strecke dieses Jahr mit dem Auto fahren müssen. Das Ziel unserer Tour ist Portugal. In Portugal lebt meine Schwester Silke mit Ihrem Freund Frithjof. Sie betreiben dort direkt am Atlantik eine Wellenreitschule. Tresondas wird für einige Tage unser Zuhause sein und wir freuen uns auf die An- und Abreise über Frankreich und Spanien. 

Tag 1

Heute ist es soweit: es geht ab in den Urlaub. Mit einem tränenden Auge betrachten wir die Motorräder am Verladebahnhof Altona, aber dafür haben wir ein riesiges Fresspaket dabei (hätten wir auf dem Motorrad nie mitbekommen).

Gegen 13:00 Uhr fährt der Zug Richtung Narbonne ab und wir machen es uns in unserem Schlafwagenabteil gemütlich. Zur Begrüßung gibt es vom Zugbegleiter ein Glas Sekt. Für uns ist klar, es war eine gute Entscheidung keinen Liegewagen zu buchen. Ein eigenes Abteil, bequeme Betten und Sekt, das ist ein netter Start in den Urlaub.

Tag 2

Trotz unserer vollen Bäuche hatten wir eine gute Nacht. Die Dusche, die jeder Schlafwagen mit an Bord hat, wird von uns am Morgen erst einmal in Beschlag genommen. Zusätzliche Handtücher bekommen wir vom Zugbegleiter. Zum Frühstück gibt es Baguette mit allem drum und dran. Richtig nett, wie es sich in Frankreich gehört.

Schließlich kommen wir um ca. 10:00 Uhr in Narbonne an. Mit dem Bus werden wir zum Verladebahnhof gefahren. Nach einer Stunde können wir unseren Urlaub richtig starten. Das Wetter ist etwas wechselhaft, aber die Sonne kommt immer wieder durch und es sind immerhin so um die 18° C. Über Landstraßen fahren wir auf dem direkten Weg Richtung Pyrenäen.

Am Fuß der Pyrenäen legen wir bei schönem Wetter eine Pause in dem kleinen Ort Villefranche de Conflent ein. Nach einer kurzen Besichtigung und einem Milchkaffee, geht es ab in die Berge.

Das Wetter wird deutlich schlechter aber die Straßen und die Landschaft wecken bei uns die Lust zum Biken obwohl es stark regnet und auf den Pässen bei ca. 1.580 m nur noch 3,5° C sind.

Das Wetter wird wieder besser und wir nehmen die N211 Richtung Alcaniz, unserem ersten Etappenziel. Von dieser Landstraße sind wir total begeistert. Traumhafte Kurven, wie für die BMW GS gemacht und eine beeindruckende Landschaft. Auch wenn der Asphalt zum Teil wirklich schlecht ist, können wir diese N211 nur empfehlen.

 

Um 19:45 Uhr erreichen wir Alcaniz. Von Deutschland aus haben wir versucht ein Zimmer im Parador zu reservieren, uns wurde jedoch gesagt, dass das Parador wegen Restaurierung geschlossen hat. Zu unserer Überraschung hat es seit drei Wochen schon wieder geöffnet und thront in alten Burgmauern über der Stadt. Alles ist frisch renoviert. Wir sind begeistert und freuen uns auf unsere erste Nacht.

 

 

Das Abendessen ist etwas ungewöhnlich. Conni bestellt sich Muscheln mit grünen Bohnen (Spezialität der Region) und Thorsten Scampis mit Auberginen-Lasagne. Zum Ausklang trinken wir in der Cafeteria einen Espresso und halten einen kurzen Smalltalk mit einem älteren Pärchen aus England. Dann gehen wir in unser traumhaftes Burgzimmer zum Schlafen.

Tag 3

Am nächsten Morgen stehen wir um 8:00 Uhr auf und beschließen das Frühstück ausfallen zu lassen. Unser nächstes Ziel ist Madrid. Bis dahin sind es zwar nur 380 km, aber wir wollen uns noch ein wenig die Stadt ansehen. Bei strömendem Regen machen wir uns auf den Weg, immer noch auf der N211. Auch diese Teilstrecke macht wieder viel Spaß und wir wundern uns, dass kein Verkehr ist und keine Motorräder unterwegs sind.

Das letzte Stück bis nach Madrid nehmen wir die Autobahn. Bevor wir in die Stadt reinfahren, schließen wir das Notebook an das Garmin GPS System an. Mit Onlinenavigation (Marco Polo Reiseplaner) finden wir unser Hotel nach einigem Hin und Her recht schnell. Die Spanier sind zum Teil schon krass und locker beim Fahren. Es ist laut, eng und alles was mit Verkehrsregeln zu tun hat, wird nicht so eng gesehen.

 

 

Wir beziehen unser Hotelzimmer. Es liegt direkt am Plaza Puerta del Sol. Von hier aus können wir alles zu Fuß machen. Nach einem netten Mittagessen erkunden wir die Stadt.

Gegen 18:00 Uhr fängt es leider so stark an regnen, dass wir für eine kleine Pause in unser Hotel gehen. Abends stürzen wir uns in das aufregende Nachtleben von Madrid. Unglaublich wie viele Menschen trotz Kälte und Regen in den Straßen sind.

Tag 4

Am nächsten Morgen müssen wir feststellen, dass es schon wieder regnet. Auf dem Weg zur öffentlichen Tiefgarage trinken wir noch einen Milchkaffee und nehmen uns lecker belegte Baguettes mit.

Madrid haben wir problemlos hinter uns gelassen. Über die N401 fahren wir in den National Park de Cabaneros. Die CM-4157 ist die schönste Strecke, die wir bisher gefahren sind. Traumhafte Kurven, enge Straßen, Landschaft so weit das Auge reicht und kein Ende in Sicht. Für ungeübte Fahrer ist diese Strecke nicht ohne Gefahren. Rollsplitt liegt in den engen Kurven, viele Schlaglöcher sind vorhanden, es gibt unübersichtliche Stellen durch die starke Vegetation und außerdem wird viel Ausdauer für diese lange Strecken benötigt.

 

 

Es ist empfehlenswert diesen Streckenabschnitt mit mindestens zwei Motorrädern zu fahren, damit man sich bei Problemen gegenseitig helfen kann. Es ist auf dieser Strecke teilweise weit und breit keine Menschenseele und der Handyempfang ist nicht immer sichergestellt.

Von der CM-4157 geht es dann über die N430 und NV??? nach Estremoz. Es ist eigentlich geplant hier im Pousada zu übernachten, aber wir beschließen in diesem Pousada nur eine Kaffeepause einzulegen und heute noch nach Achada zu fahren.

Für das letzte Stück wählen wir die direkte Verbindung über Landstraßen und nicht die Autobahn über Lissabon. Nach einigem Suchen und telefonischer Anweisung haben wir es dann geschafft. So um 21:30 Uhr Ortszeit sind wir an unserem Ziel. Thorstens Schwester wartet schon mit Ihrem Freund. Es gibt ein leckeres Abendessen und viel zu erzählen.

Tag 5

Unsere erste Nacht haben wir gut überstanden. Vielleicht ein wenig kalt. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir zum Strand und schauen Silke und Fridjof beim Wellenreiten zu.

 

Danach geht es erst einmal in eine Bar zum Hähnchen essen und Formel 1 gucken. 

Tag 6

Nach dem Frühstück holen wir den PC, den wir von Hamburg aus abgeschickt haben, von der Post ab (da dachten wir noch, dass wir mit den Motorrädern fahren). Da meine Schwester mit Ihrem alten Rechner einige Probleme hatte und EDV Service in Portugal nicht ganz einfach ist, hatten wir uns entschieden unseren alten PC meiner Schwester, Frithjof und Ihrem jungen Unternehmen zu schenken. Jetzt gibt es für Thorsten viel zu tun und da das Wetter eh schlecht ist versäumen wir nichts.

Tag 7

Das Wetter ist super (24°C). Nach dem Frühstück fahren wir nach Lissabon. Dort machen wir erstmal eine Stadtrundfahrt, dann erkunden wir die Stadt zu Fuß. 

 

 

 

 

 

 

Tag 8

Am Morgen wird es ernst für uns. Das Wetter ist genau richtig fürs Wellenreiten. Wir bekommen einen Surfanzug verpasst und haben dabei schon viel Spaß. Am Strand bekommen wir von „unserem Surflehrer Friedjof“ eine kurze Einweisung und dann geht es ab ins Wasser. Mal abgesehen davon, dass uns die Füße beinahe abfrieren haben wir unseren Spaß. Conni muss bald kapitulieren, ihr Rücken macht das denn doch nicht mit. 

 

 

Den Nachmittag liegen wir faul in der Sonne. Abends stellt Thorsten fest, dass er hat den ersten Sonnenbrand in diesem Jahr hat.  

Tag 9

Thorsten hat tatsächlich einen Sonnenbrand und furchtbaren Muskelkater. Den können wir für heute abschreiben. Alle anderen fahren an den Strand. Abends kochen wir wieder gemeinsam und klönen noch bei einem Glas Wein (oder auch mehr). 

Tag 10

Thorsten geht es etwas besser nach einer unruhigen Nacht. Gegen Mittag fahren wir mit Silke nach Ericeira zum Bummeln und so. Am Abend fahren wir alle zusammen nach Mafra in eine Bar und treffen dort noch ein paar Freunde von den beiden. 

Tag 11

Heute wollen wir grillen. Am Nachmittag fahren wir los, um Fisch und andere Zutaten einzukaufen. Alles ist super lecker. 

 

Tag 12

In der Nacht sind neue Gäste angekommen. Wir faulenzen den ganzen Tag und am Abend gibt es für die Gäste ein Begrüßungsessen. 

Tag 13

Heute wollen wir shoppen gehen. Wir fahren mit Silke nach Cascais. Das Wetter ist super und wir verbringen einen beinahe friedlichen Einkaufstag. 

 Zum Abschied gehen wir abends mit den beiden zum Hähnchengriller im Ort und haben unseren Spaß. 

Tag 14  

Heute heißt es Abschied nehmen von Silke und Frithjof, denn wir müssen uns wieder auf den Rückweg machen. Gegen 10:00 Uhr sind wir startklar.

Unser Ziel ist das Parador in Bayona. Wir fahren über Schnellstraßen und Autobahnen Richtung Porto. Das Wetter wird immer schlechter und in Porto angekommen, beschließen wir uns die Stadt nicht anzusehen, denn es regnet zu stark. Es wird immer diesiger und kälter (13-15°C). Um 17:30 Uhr kommen wir in Bayona an. Schon von weitem sehen wir die alte Festung, in der sich das Hotel befindet. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, erkunden wir das Hotel. Wir sind wieder beeindruckt von dem was wir zu sehen bekommen.

 

 

 

Tag 15 

Das Wetter sieht im Gegensatz zu gestern recht gut aus. Wir machen uns auf den Weg über Santiago de Compostela nach Leon. Leider zieht sich der Himmel wieder zu und wir beschließen die Schnellstraße nach Santiago de Compostela zu fahren. Der Regen hat aufgehört, als wir dort ankommen und so können wir die Stadt ein wenig erkunden. Wir schlendern durch die Gassen um die Kathedrale und essen in einer kleinen Bar zu Mittag.

Nach dieser kleinen Sightseeing-Tour geht es weiter auf der N547, C535, LU633, NVI und N120 nach Leon. Diese Straßenwahl ist genau richtig und eine Empfehlung zum Biken, denn Kurven sind mehr als ausreichend vorhanden, die Straßen sind klein, wenig befahren und die Landschaft ist sehr schön. Besonders ist hier die LU633 hervorzuheben. Auf den Bergen ist es bei ca. 1300 Metern mit 3,5°C etwas kalt und wir schauen uns an und denken: “das alles mit dem Motorrad?…” .

In Leon finden wir durch Zufall ein kleines Hostel, in dem wir übernachten. Nachdem wir das Zimmer gesehen und zu Abend gegessen haben, müssen wir sagen, das Preis- Leistungsverhältnis ist super gut.

Tag 16

Am nächsten Morgen scheint tatsächlich die Sonne. Schnell packen wir unsere Sachen, um das gute Wetter zu genießen. Wir fahren über die N120 nach Burgos. Auch diese Strecke, wie so viele auf unserer Tour, ist für Motorradfahrer wie geschaffen. Uns fällt wieder mal auf, wie wenig Motorradfahrer unterwegs sind.  

In Burgos angekommen stellen wir unser Auto in der Innenstadt in einer Tiefgarage ab und machen uns auf Erkundungstour. Vor unserer Weiterfahrt stärken wir uns in einer Tapas Bar.

Jetzt kann es weitergehen Richtung Santo Domingo de la Calzada unserem nächsten Etappenziel. Wir fahren auf die N120 und biegen dann auf die BU-P-8201 ab. Es geht weiter über viele kleine Landstraßen (BU847, BU810, BU811 und LR111). Einfach traumhaft.

 

Schließlich kommen wir in Santo Domingo de la Calzada an. Das Parador ist schnell gefunden. Wir checken ein und bummeln noch ein bisschen durch den Ort. Außerdem kaufen wir noch ein paar Flaschen Wein (es hat schon seine Vorteile mit dem Auto unterwegs zu sein) und machen uns auf den Weg zurück ins Hotel. An der Bar essen und trinken wir noch eine Kleinigkeit und gehen dann schlafen.

 

Tag 17

Heute führt uns der vorletzte Streckenabschnitt unserer Route von Santo Domingo de la Calzada Richtung Frankreich in den Ort Le Souquet. Es stellt sich heraus, dass die Auswahl der Straßen genau richtig ist.

Wir fahren durch schöne kleine Orte und die Strecke durch die Berge ist einfach super.

Das Hotel in Le Souquet haben wir uns schon im voraus ausgesucht. Dort angekommen stellt sich heraus, dass die Zimmer lange nicht renoviert wurden. Im Schwimmbad haben wir dann doch noch unseren Spaß und das drei Gänge Menü am Abend ist überraschend gut.

Tag 18

Die Fahrt nach Bordeaux beginnt gleich mit einem Stau auf der N10. Da wir keinen Stadtplan dabei haben, verlassen wir uns diesmal auf das Garmin GPS V System. Ich hatte bereits in Deutschland die GPS Koordinaten der Autoverladung erfasst. So finden wir unser Ziel recht schnell, wenn auch in Bordeaux die DB Autoverladung nicht optimal ausgeschildert ist. Nach einigen Verwirrungen kommt dann auch ein deutschsprachiger Ansprechpartner und so können die Fragen für die Abfahrt geklärt werden.

Da wir noch recht viel Zeit bis zur Abfahrt haben, gehen wir, nachdem das Auto auf dem Zug verladen ist, in ein Café frühstücken, verbringen die restliche Zeit auf dem Bahnhof und schauen den Franzosen beim Alltag zu. 

Tag 19

Ankunft in Hamburg

Reisezeit 08.05.02 – 26.05.02

Zuletzt geändert: 4. Oktober 2018

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