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Vor meinem Sommerurlaub habe ich mir extra noch den neuen CTA 3 besorgt, da dieser in der Presse und Foren so sehr gelobt wurde. Wie so oft, ist es dann in der Praxis für einen persönlich doch anders.

Erfahrungen

Schon nach den ersten Urlaubskilometern spüre ich, der Reifen wird nicht mein neuer Lieblingsreifen werden. Am Hinterreifen habe ich absolut nichts auszusetzen, denn dort ist er ein absoluter Top Reifen. Aber der Vorderreifen fühlt sich nervös und unruhig an und gibt mir kein gutes Gefühl. Mit seiner nervösen “Leichtigkeit” ist der Reifen nicht gut zu fahren, besonders wenn er (z.B. durch Koffer/Gepäck und/oder leerem Tank) entlastet wird. Auf der Autobahn kommt dann noch ein leichtes Singen hinzu, das aber mit der Abnutzung verschwindet.

Das größte Problem ist allerdings für mich das Lenkerflattern mit Koffern. Bereits ab ca. 130 km/h merkt man, dass der Vorderreifen unruhig wird und ab ca. 150 km/h kommt dann das Flattern, dass sehr ausgeprägt ist.

So etwas kenne ich von keinem meiner gefahrenen Metzeler Tourance Next (B) Reifen. Da ich immer mit vergleichbarer Beladung und Kleidung fahre, kann ich das recht gut miteinander vergleichen. Flattern ist sehr gefährlich und für einen Reifen nicht akzeptabel.

Nach nun über 5000 Urlaubskilometern im trockenen und bei Nässe, hat sich der erste Eindruck leider weiter bestätigt. Auch Längsrillen mag der Reifen nicht, z.B. in den Vogesen, und läuft diesen sehr unruhig nach.

Zusammenfassung

Es ist sehr schade, dass der problematische Vorderreifen den sehr guten Eindruck des Hinterreifens trübt. Daher möchte ich auch nochmal betonen, dass der CTA 3 Front durchaus fahrbar ist, besonders wenn der Asphalt in gutem Zustand ist und man im “Landstraßentempo” unterwegs ist. Aber für mich ist die Alltagstauglichkeit (besonders auf Reisen) sehr wichtig und dazu gehören auch schnelle Autobahnetappen, weshalb meine persönliche Bewertung wie folgt ausfällt:

Vorderreifen (Front) 120/70R19 60V DOT 26/19:

Mangelhaft durch Flattern und Unruhe

Hinterreifen (Rear) 170/60R17 72V DOT 24/19:

Absolut Top, gibt grosse Sicherheit und Vertrauen

Nach dem Urlaub

Mitlerweile bin ich nun auch ohne Koffer/Beladung und halbvollem Tank mit meiner ADV auf der Autobahn gewesen. Ich wollte testen, wie sich das Flattern nun verhält. Grundsätzlich ändert sich an der negativen Unruhe und Eigenschaften nichts aber das Flattern tritt jetzt erst ab 180-190 Km/h auf. Dann ist es allerdings lebensgefährlich bei dem Tempo.

Die Bewertung basiert auf Basis meiner BMW R1200GS ADV BJ18 mit und ohne Koffer/Beladung im Modus Road und Auto. Lenkkopflager und Lenkungsdämpfer wurden bei BMW überprüft und sind ok.

Verschleiß

Positiv ist allerdings der Verschleiß. Beide Reifen haben nach über 5000 km in den Alpen mit voller Beladung nur einen minimalen Verschleiß, allerdings bei normaler Fahrweise.

Conti Trail Attack 3 Front nach 5000 km
Conti Trail Attack 3 Rear nach 5000 km (mit leicher Kantenbildung)

P.S. Der Reifen wird mit 2,5 (v) und 2,9 (h) Bar gefahren

Klärung mit Conti

Ich habe am 07.09.2019 über das Kontaktformular der Continental Motorrad Homepage den technischen Service angeschrieben, mit der Bitte um Klärung.

Am 10.09.19 hat Conti geantwortet und man kann sich das Flattern nicht erklären und möchte es gerne untersuchen.

Ich habe dann am 13.09.19 auf den Pirelli ST 2 gewechselt und konnte nach einer ausgiebigen Fahrt auf Landstrasse und Autobahn kein Flattern oder nervöses Verhalten mehr feststellen.

Der Conti Satz ist seit dem 16.09.19 nun zur Reklamation beim Händler.

28.11.2019 und bisher keine Reaktion von Conti erhalten. Auf Nachfrage nur den Hinweis bekommen, ich soll mich gedulden. Mein Reifenhändler will nun nachbohren.

Am 07.12.19 habe ich ein Schreiben von Conti bekommen mit der Information, dass ich alle Kosten erstatte bekommen. Conti hat sich in dem Schreiben auch Entschuldigt und der Fall ist nun für mich erledigt.

Zuletzt geändert: 8. Dezember 2019

9 Responses to :
Continental Trail Attack 3

  1. Ferdi sagt:

    Hallo Thorsten,

    Mit Interesse lese ich Deinen Bericht zum CTA 3. Meine Erfahrung zum CTA3 ist deutlich anders.
    Der vorherige PST2 ist den Rillen viel mehr nachgelaufen wenn er 2/3 runter war, als das jetzt beim CTA3 der Fall ist. Von Unruhe am Vorderrad konnte ich bis jetzt nichts bemerken. Auch mit Sozia und Koffern bei 150 km/h kein Problem. Solo ohne Koffer bei 240 km/h auch nicht. Vom Gripp her schenken sich CTA3 und PST2 nichts. Im Nassen Fahre ich aber generell vorsichtig. Im Trockenen verträgt der CTA3 aber deutlich mehr Schräglage. Beim PST2 war ich mit 42-43° hinten auf der äussersten Kante, was ich für gefährlich halte. Gleiche Schräglage mit dem CTA3 lässt einen Angststreifen von fast 1cm übrig.

    Auch bei Verschleiss ist der CTA3 dem PST2 weit überlegen. Mit dem Pirelli war regelmässig bei max. 4000 km Hinten Schluss. Vorne bei max. 5000km. Der CTA3 hat jetzt 5000km runter und hält hinten noch ca. 1000km, vorn etwas mehr. (60-70% fahre ich mit Sozia teilweise Koffern)
    Es scheint also stark vom Motorrad abhängig zu sein wie sich die Reifen verhalten.
    Die Auswuchterei ist beim CTA3 aber sehr aufwändig. Hinten musste ich auf die breite Felge links und rechts (leicht verschoben) Gewichte anbringen bis es 100% rund lief.

    Motorrad: Ducati Multistrada 1260S Touring.
    120/70/ZR17 und 190/55/ZR17

    Gruss

    Ferdi

    1. Thorsten sagt:

      Hallo Fredi,

      danke für deine Erfahrung.

      Gruß Thorsten

  2. Robert sagt:

    Hallo Thorsten,

    bin über’s GS Forum zu Deinem TA3 Bericht gekommen und war ein wenig überrascht, dass der Pneu nach 5’000 km noch so ausschaut, dass das Trail Attack Logo fast noch sichtbar ist. Ich bin ja schon in meinem Kollegenkreis als Reifenschoner verschrieen, aber das Verschleissbild von Deinem Reifen nötigt mir nun doch Respekt ab. Dir würde ich gerne mal hinterher fahren … Und nein – das ist nicht despektierlich gemeint, Reifenschonendes fahren hat nix mit langsam zu tun.

    Gruess aus der Schweiz (und merci, teilst Du Deine Erfahrungen)
    Robert

    1. Thorsten sagt:

      Hallo Robert,

      ja ich war auch überrascht von der Laufleistung und wenn ich mit meinem Vorderreifen nicht diese negativen Erfahrungen gemacht hätte, würde ich den CTA3 noch fahren. Ich habe meine Art zu reisen geändert. Früher ging es z.B. schnell den Berg rauf und runter, viel beschleunigen und hartes anbremsen. Heute reise ich, genieße die Aussicht, halte viel an und lasse die Umgebung und Situation auf mich wirken. Ich fahre normal und bleibe im Verkehrsrhythmus. Hartes fahren macht mir nicht mehr so oft Spaß, kommt aber gelegentlich immer noch vor.
      Da ich den Reifen nur für den Urlaub hatte, kann ich leider zu alltäglichem Fahren und Verschleiß lieder nichts sagen.

      Gruß

      Thorsten

  3. Werner HAIDEN sagt:

    Hallo Thorsten,

    Ich beschäftige mich gerne mit Reifen … finde deinen Bericht daher sehr interessant … echt super … danke …

    … ich hab da noch Fragen, bitte …

    Du merkst einmal an, dass Lenkkopflager und Lenkungsdämpfer überprüft wurden.

    (a) Ich lese aber nirgendwo, ob der Vorderreifen ev. nochmals gewuchtet wurde bzw. etwas gedreht und dann nochmals gewuchtet? … Und der Rundlauf, war der in der Toleranz?

    (b) Weiters würde mich interessieren, ob du ev. probiert hast den Luftdruck zu verändern um der Lage Herr zu werden?

    (c) Ja, und noch was, du schreibst, dass sich Conti entschuldigt hat, … hat Conti einen Grund angegeben … weiss Conti also was das Problem ist oder war?

    LG Werner

  4. Thorsten sagt:

    Hallo Werner,

    danke für das Lob und meine Antworten zu deinen Fragen sind wie folgt:

    zu a) Nein es wurde nach der Montage nichts mehr geändert. Es waren keine auffällige Gewichte an der Felge vorhanden die auf mögliche Probleme hätten hinweisen können und es gab auch absolut keine Vibrationen.

    zu b) Ja hatte ich probiert.

    zu c) Nein einen Grund kennen ich nicht und der Händler meinte nur, dass das üblicherweise so gemacht wird, auch wenn nichts festgestellt wurde, um den Kunden zufriedenzustellen.

    Gruß

    Thorsten

  5. Klaus sagt:

    Hallo Thorsten,

    lese deinen Bericht hier auch sehr interessiert.
    Ich habe mir vor kurzem eine BMW R 1200 GS MÜ (2009) mit Kreuzspeichenfelgen geholt,
    bei der die vorhandene Bereifung am Limit war.

    Nach etwas Recherche, bin auch auf die Idee gekommen mit die CTA3 aufziehen zu lassen, da der ja überall gelobt wird.
    Laut dem 1000PS Video mit dem Conti Testfahrer wurde auch ein Großteil der Tests auf der BMW GS gemacht…

    Bei meiner ersten Fahrt vom Reifenhändler zu mir, bin ich auch mal kurz auf die Autobahn und hatte bei ca 120 auch ein unschönes flattern am Lenker.
    Leider bin ich Wetterbedingt noch nicht dazu gekommen das ganze mit vermindertem Reifendruck zu reproduzieren (Hab vom Händler etwas zu viel Druck in die Reifen bekommen), war aber Allg. im ersten Moment echt erschrocken, da die Abgefahrenen Reifen von davor in keinster Weise so flattrig waren wie die nagelneuen CTA3.
    Bin mal gespannt, ob das mit vermindertem Druck anders wird, aber aufgrund deines Artikels bin ich nicht sehr zuversichtlich.

    War aber auf alle Fälle sehr interessant zu lesen!

    VG
    Klaus

  6. Johann sagt:

    Hallo Thorsten,

    toller Bericht.
    Welchen Reifen bevorzugst Du?

    1. Thorsten sagt:

      Hallo Johann,

      danke für dein Lob.

      Eigentlich würde ich den CTA3 fahren, wenn dieser nicht das Flattern bei mir hätte. Da ich aber auch schon früher einmal Probleme mit einem Conti Reifen hatte, sollte ich wohl davon endgültig Abstand nehmen.

      Ich fahre sonst nur Metzeler Tourance (Next) oder jetzt den Pirelli ST 2. Zwei tolle Reifen mit denen ich nie Probleme hatte. Der Pirelli ist aber lauter als der CTA3, besonders vorne.

      Ich bezweifel auch sehr, ob bei einem Blindtest überhaupt die Masse der Fahrer einen Unterschieden zwischen den Herstellern merken würde. Die Reifen sind heute alle auf einem sehr hohen Level.

      Thorsten

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