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Viele Jahre nach der GoPro Hero 5 Session, hat GoPro Ende 2022 wieder eine kleine Kamera auf den Markt gebracht. Mit der neuen GoPro Hero 11 Black Mini wird nun ein verkleinertes Modell zur klassischen GoPro Form angeboten. Ist dieses Modell ein würdiger Nachfolger der Hero 5 Session oder insgesamt sogar die bessere GoPro?

Hero 10, Hero 11 Mini, Hero 5 Session

Ich nutze schon lange Produkte von GoPro und bin immer wieder hin- und hergerissen, was ich von den Produkten halten soll. Viele Kleinigkeiten an ihnen stören mich persönlich in der Anwendung in Verbindung mit dem Motorrad.

Eines der größten Ärgernisse ist, dass sich an den Kameras mit Farb-Display, z.B. bei der Hero 9, 10 und 11, das hintere Display nicht vollständig abschalten lässt. Es bleibt immer für mindestens 60 Sekunden an, selbst wenn die Kamera über die Fernbedienung “The Remote” gesteuert wird. Das hat deutlich negative Auswirkungen auf die Akkulaufzeit.

Der erste Eindruck

Die neue Hero 11 Black Mini hat keine Farb-Displays mehr und verfügt nur noch über ein sehr kleines monochromes Info-Display auf der Oberseite. Das Display ist für rudimentäre Einstellungen und für Statusnachrichten vorgesehen. Allerdings ist das Display so klein, dass man keine Augenschwäche haben sollte.

Sehr kleines Display

Die Verarbeitung ist tadellos und entspricht der gewohnten GoPro Qualität. Leider lässt GoPro seine Produkte immer noch in China fertigen.

Die Mini braucht das Smartphone

Das wichtigste Hilfsmittel für die Mini ist das Smartphone und die GoPro Quik App. Das Verbinden mit dem Smartphone ist schnell erledigt und in der App können dann alle Einstellungen vorgenommen.

Es stehen im PRO Modus, ab der Firmware v2.00, neun vorkonfigurierte Videoeinstellungen zur Verfügung, die individuell angepasst werden können. Im Standard.Modus sind keine Einstellungen möglich.

Wer die App kennt und damit schon Kameras eingestellt hat, wird sich auch mit der Mini sofort zurechtfinden.

Eins fällt aber sofort auf!: Es gibt keine Möglichkeit mehr bei der Mini, die Abschaltzeit der Kamera einzustellen, also die Minutenanzahl, nach der die Kamera in den Standby-Modus wechseln soll.

Zur Bildqualität, Bildstabilisierung usw. werde ich nichts weiter sagen, da diese sehr gut ist und man sich zu diesem Thema unzählige YouTube Videos ansehen kann. Die Mini unterscheidet sich in diesem Bereich nicht von der großen Schwester Hero 11 Black.

Es gibt allerdings zwei große Unterschiede im Vergleich zur Hero 11 Black.

1. Es gibt keinen Foto-Modus mehr

Das finde ich sehr gut, denn mich hat es schon immer bei den neuen Modellen genervt, dass Fotos im Foto-Modus nur im 4:3 bzw. 8:7 Format aufgenommen werden und man diese immer nachbearbeiten muss, um wieder das übliche 16:9 Format zu bekommen.

Mit der Quik App kann man aber sehr einfach aus z.B. einem 4K Video, hochwertige Bilder im 16:9 Format exportieren, sodass ich einen Foto-Modus nicht vermisse.

2. Kein GPS an Board

Auch das ist für mich absolut ok, denn GPS verbraucht Strom. Eine spätere Zuordnung der Videos ist alternativ, auch über Datum und Uhrzeit, in Verbindung mit einem GPS-Track eines Navigationssystems möglich.

Ich möchte auch noch erwähnen, dass die Mini kein Stereo Audio unterstützt.

Die Steuerung mit der Fernbedienung

Koppelt man das erste Mal die Fernbedienung mit der Mini, wird ein Update der Fernbedienung von Firmware v1.2.0 auf v2.0.0 durchgeführt.

Nach dem Update funktioniert das Verbinden problemlos. Man sollte allerdings die Fernbedienung zurücksetzen und alle (alten) Verbindungen neu koppeln, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Leider hält die erste Freude über das schnelle Verbinden nicht lange an, denn sehr schnell zeigen sich wieder die üblichen Probleme mit der Bluetooth LE Verbindung bei GoPro. Mal verbindet sich die Fernbedienung, mal nicht, oder es dauert sehr lange.

Aus den oben beschriebenen Gründen ist derzeit die Fernbedienung (Firmware v2.0.0) mit der Hero 11 Mini (Firmware v1.10) praktisch nicht nutzbar.

Es ist ein echtes Trauerspiel bei GoPro. Man kann nur hoffen, dass zukünftige Firmwareupdates das Problem lösen, denn dass es sehr wohl funktionieren kann, zeigt die mittlerweile ausgereifte Hero 10.

Ändert sich etwas durch die neue Mini Firmware v2.00?

Ja.

Ich habe die Fernbedienung mit der Mini neu gekoppelt und dafür die neue Funktion der Schnellkopplung genutzt (länger den Einschaltknopf drücken). Das Koppeln wurde schnell ausgeführt und die ersten Tests zeigen, dass sich das Verhalten positiv geändert hat und es gibt keinen Anlass mehr zur Kritik in diesem Punkt.

Eine Halterung für die Fernbedienung “The Remote” findet ihr hier.

Es gibt eine Besonderheit bei der Mini

Wie schon beschrieben, kann man keine Abschaltzeit in der Kamera einstellen. Die Mini geht automatisch sehr schnell in den Standby-Modus, wenn keine Aufnahme mehr aktiv ist. Das spart natürlich Akku, hat aber auch zur Folge, dass es immer einen kleinen Moment dauert, bis die Aufnahme startet. In Verbindung mit der Fernbedienung ist dieser Zeitraum noch einen Tick länger.

Im Doppel geht mehr

Die Mini 11 ist die erste Kamera von GoPro, die zwei herausklappbare Befestigungshalterungen hat. Eine unten am Gehäuse und eine auf der Rückseite. Damit gestaltet sich die Montage sehr flexibel.

GoPro Hero 11 Mini am Fahrrad
Auch am Fahrrad ist die Mini gut zu nutzen

Fazit

Die GoPro Hero 11 Black Mini ist kein Ersatz für die Hero 5 Session. Technisch ist die Mini natürlich überlegen, aber in der Form ist die Mini nur klein, aber nicht “Mini”!

Wer die Kamera für Aufnahmen beim Motorradfahren oder Ähnlichem nutzen will und auf die GPS Funktion verzichten kann, wird von der GoPro Hero 11 Mini begeistert sein. Mir gefällt das Minimalistische, die Bauform, der Verzicht auf die Farb-Displays und die bisher gute Akkulaufzeit, die aber im praktischen Dauereinsatz noch bestätigt werden muss.

Die Mini ist eine gute Alternative für die Hero 9, 10 und 11. Wer die Displays z.B. fürs Vlogging nicht benötigt, wird in der Hero 11 Black Mini vermutlich sogar die bessere GoPro finden.

Leider gibt es noch kein Zubehör von Drittanbietern, wie z.B. einer “offene” Akkuklappe, um eine USB-C Stromversorgung anschließen zu können (gibt es aber mittlerweile von GoPro) oder einen Rahmen, um die Kamera schnell einsetzen und entnehmen zu können.

Mit der Firmware v2.00 hat GoPro, gerade in Verbindung mit der Fernbedienung, schon nachgebessert. Aber das kennt man ja schon seit Jahren von GoPro, dass eine GoPro Kamera erst mehrere Monate nach Markteinführung, gut funktioniert.

Zuletzt geändert: 5. Februar 2023

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