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Schon seit einiger Zeit interessieren mich Drohnen, aber bisher habe ich für mich keine sinnvolle Anwendung gesehen. Durch das Reisen mit Motorrad und E-Bike, gibt es aber immer wieder Situationen, die mit einer normalen Kamera bzw. normal möglichen Perspektiven nicht richtig eingefangen werden können. Genau da kommt nun die Drohne ins Spiel, die völlig neue Möglichkeiten schafft, schnell und einfach auch ganz besondere Momente und Eindrücke zu vermitteln.

Bisher waren mir die Geräte zu groß und wenn der Formfaktor passte, haben mich die Video- und Fotoqualität nicht überzeugt.

Ende 2019 hat der Drohnenspezialist DJI die Mavic Mini auf den Markt gebracht, deren Hardware mich in allen Punkten überzeugt.

Kleiner Formfaktor, eine stabilisierte Kamera mit max. 2.7K Video Auflösung, 9MP 16:9 Foto Kamera, unter 250 Gramm Gewicht und das alles ab 399 Euro.

Ich habe mich allerdings für die Combo Version für 499 Euro entschieden, da das zusätzliche Zubehör für mich sehr praktisch ist. Außerdem habe ich die einjährige Zusatzversicherung für 39 Euro gekauft, die mir bis zu zwei “neue” Drohnen gegen einen kleinen Kostenbeitrag garantiert, sollte ich die Drohne z.B. aus Versehen selbst zerstören.

4K, 2.7K oder Full HD Videoauflösung?

Nun wird sich der ein oder andere Leser fragen, warum man ein Produkt kauft, das kein 4K Video unterstützt. Die Antwort ist dieselbe wie in meinem GoPro Beitrag. 4K zu bearbeiten benötigt besonders leistungsfähige Hardware und für Blogs und soziale Medien ist Full HD absolut ausreichend. Zum Beispiel will ich das Material auch unterwegs bearbeiten und uploaden können, um euch up-to-date zu halten.

Da es zu der Drohne bereits Unmengen an Videos bei YouTube gibt, werde ich hier kein Unboxing machen oder technische Details beschreiben, sondern meine Praxiserfahrungen mit der Mavic Mini mit euch teilen.

Der erste Eindruck

Packt man die Drohne das erste Mal aus, kann man es eigentlich nicht fassen. Diese Drohne ist so filigran, dass man Angst hat schon durchs Anfassen etwas kaputt zu machen.

Die Drohne hat zusammengeklappt die gleichen Ausmaße wie der Navigator 5/6 und sieht auf dem Bild daher fast ein bisschen verloren aus.

DJI Mavic Mini in meiner Hecktasche

Ohne Schutztasche würde ich die Drohne nicht transportieren. Im Combo Paket wird eine feste Transporttasche mitgeliefert. Für einen robusteren Einsatz gibt es im Zubehörhandel aber auch wasserdichte Hartschalenkoffer.

Die Fernbedienung

Zur Fernbedienung muss ich etwas mehr schreiben, weil dieses Thema gerne in vielen Vorstellungen und Tests vergessen wird.

Die Fernbedienung ist auf die rudimentären Funktionen beschränkt. Die seitlichen Halter zur Aufnahme des Smartphones sind für verschieden Gerätegrößen gut einstellbar. Leider sind die eigentlich Gummi-Aufnahmen, zum Ausgleichen unterschiedlicher Höhen, nicht austauschbar. Das hat zur Folge, dass z.B. Geräte mit einer Schutzhülle nicht richtig in die Halterungen passen. Das Smartphone wird zwar noch gehalten, aber nicht so wie es seine sollte und könnte.

Samsung S9+ mit SP Connect Hülle ist leider zu hoch für die Gummi-Aufnahmen

Es lässt sich noch ein weiteres Defizit bei Smartphones mit Schutzhülle feststellen. Auf Motorrad und E-Bike nutze ich eine Schutzhülle von SP Connect. Das mitgelieferte USB-Kabel stößt an die Schutzhülle und der Stecker kann somit nicht richtig eingesteckt werden.

SP Connect und die DJI Mavic Mini Fernbedienung sind daher leider nicht kompatibel zueinander!

SP Connect Hülle – USB-Stecker passt nicht mehr ganz rein und der Halter kann auch nicht mehr geschlossen werden

Ohne Schutzhülle passt ein Samsung S9+ mit dem USB-Stecker perfekt in die Halterung. Ein Samsung S10 5G passt mechanisch zwar in den Halter, aber der USB-Stecker dann leider nicht mehr.

Samsung S9+ passt perfekt in die Gummi-Aufnahmen
Samsung S9+ mit USB-Stecker – passt gerade so!

Die Aktivierung und Datenschutz

Man muss sich leider darüber im Klaren sein, dass sich die Drohne nur nach Aktivierung nutzen bzw. fliegen lässt. Aufgrund der ganzen Freigaben und der Daten die sich auf einem Smartphone befinden, gibt das bei einem chinesischem Hersteller kein gutes Gefühl.

Auch wenn das Thema oft belächelt wird, muss man in der Regel davon ausgehen, dass chinesische Hersteller durch Apps Zugriff auf persönliche Daten bekommen.

Hier kann man nur empfehlen, für die Steuerung ein separates Smartphone zu nutzen, auf dem keine persönlichen Daten gespeichert sind. Ob das praktikabel ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Mehr Informationen könnt ihr auch im nachfolgendem Link finden.

DJI und Datenschutz

Der erste Flug

Nachdem ich die Drohne registriert habe und auch die CARE REFRESH Card mit der Seriennummer verknüpfen konnte, stand dem ersten Flug im Garten nichts mehr im Wege.

Die Versicherung für Anfänger

Ok nicht ganz, denn erst mussten noch alle Updates für Drohne, Fernbedienung und drei Akkus eingespielt werden. Nachdem das auch erledigt war, ging es endlich los.

An die Steuerung muss man sich erst gewöhnen und alle benötigten Einstellungen finden. Nach kurzer Zeit macht das Fliegen dann aber richtig Spaß und ich habe auch die ersten Aufnahmen im Kasten. Unglaublich was so ein “Spielzeug” leistet!

Nach den ersten Versuchen im Garten ging es dann auf eine große Wiese, wo ich alles Mögliche testen konnte. Zum Beispiel verschiedene Flugmanöver, Höhen- und Entfernungsflüge und das Starten und Landen freihand.

Erstaunlich wie gut diese kleine Drohne selbst bei deutlich spürbarem Wind die Positionen hält. Der 3-Achsen Gimbel gleicht sämtliche Unruhen der Drohne aus. Die Videos und Fotos sind von hervorragender Qualität.

Die Drohne direkt über mir

Da es bei YouTube mittlerweile sehr viele Videos zu dieser Drohne gibt, die zeigen wie gut die optischen Eigenschaften sind, werde ich hier keine weiteren Videos veröffentlichen.

Videobearbeitung

Nun hat man tolle Videos oder Bilder aus besonderen Perspektiven, aber was macht man dann damit?

Mit der GoPro Quik Software auf meinem Mac hatte ich mich mittlerweile angefreundet und das Erstellen von Clips ist relativ schnell und einfach möglich (was mir besonders unterwegs sehr wichtig ist). Leider sind die Hersteller untereinander nicht sonderlich kompatibel und so kann ich keine “fremden” Bilder und Videos mit der GoPro Quik bearbeiten.

Lediglich mit der GoPro App fürs Smartphone können auch die DJI Videos und Bilder verarbeitet werden.

Wo darf ich eigentlich fliegen?

Nach der erste Begeisterung kommt nun die Ernüchterung, als ich anfange darüber nachzudenken, wo man die Drohe eigentlich nutzen kann. Wenn ich mir überlege, wo ich schon überall war und diese Ziele nachträglich auf Drohnen-Flugerlaubnis prüfe, ist die Ernüchterung groß.

Zu diesem Thema habe ich die interessante Website MY-ROAD.DE gefunden, die viele Informationen über Drohnen und Reisen liefert. Für Deutschland habe ich mir zusätzlich die App der Deutschen Flugsicherung, DFS-Drohnen installiert.

Kenntnisnachweis

Um möglichen Problemen und Diskussionen bei Nutzung der Drohne vorzubeugen, habe ich den Kenntnisnachweis beim DMFV durchgeführt. In einem Onlinetest mit kleiner Schulung, kann man in ca. 30 Minuten den Nachweis für 26,95 Euro erwerben. Etwa zwei Wochen darauf, bekommt man diesen auch im Scheckkartenformat zugesendet.

Kenntnisnachweis im Scheckkartenformat

Kenntnisnachweis

Dieser Nachweis ist eigentlich erst bei Flugmodellen mit mehr als 2 Kilogramm Startmasse erforderlich!

Versicherung

Bei der gesetzlich unbedingt notwendigen Drohnen-Haftpflichtversicherung, habe ich mich für die Versicherung von Helden.de entschieden. Dieses kostet pro Jahr 39 Euro.

Achtet unbedingt darauf, wenn ihr euch online diese Versicherung holt, nicht die Version mit normaler Haftpflicht für 72 Euro/Jahr anzuklicken. Wer schon eine Haftpflichtversicherung hat, braucht das natürlich nicht.

Zuletzt geändert: 27. Mai 2020

4 Responses to :
Gadget Drohne

  1. Anja sagt:

    Danke – passt genau zu dem was ich so dachte und vor habe.

    Ich habe allerdings die Air gekauft und liege damit per sè über den 250g. Mit der vorgeschriebenen Plakette kann es dir passieren auch bei der Mini auf 250 oder drüber zu kommen.

    Vielleicht hast du es schon gesehen, ab dem 01.07.2020 ist ein “kleiner Führerschein” Pflicht. Ähnlich dem, den du gemacht hast, aber eben doch nicht der.
    Schau dazu mal hier rein https://u-rob.com/wissensartikel/der_neue_eu_drohenfuehrerschein/

    Wie wir es von unserem Land eben kennen – alles so weit überreguliert, dass einem beim bewusst werden aller Regelungen nahezu schlecht wird. Wir werden uns auch daran gewöhnen 😉

    Habe deine Seite über die Kommentare bei my-road.de gefunden. Solltest du irgendwann mal einen Istagram Account haben, lass es mich wissen 😉

    LG
    Anja

  2. Anja sagt:

    Sag mal, die Idee mit dem separaten Telefon finde ich gut. Allerding braucht dieses dann auch eine SIM Karte für die GPS Steuerung, oder?!

    1. Thorsten sagt:

      Hallo Anja,

      für GPS brauchst du kein Internet aber du kannst das Telefon über den mobilen Hotspot deines Haupttelefons verbinden.

      Gruß

      Thorsten

      P.S. Bin nun auch bei Instagram

      1. Anja sagt:

        oh man – manchmal sind Lösungen so naheliegend, dass sie einem nicht in den Sinn kommen 😉

        Danke 🙂

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