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Tag 1: Anfahrt über den Harz

Die Koffer sind am Bike und die Thüringen Tour beginnt! Im Elbtunnel ist diesmal kein Stau. Erstmal bringe ich also zügig die üblichen ersten Kilometer auf der Autobahn hinter mich. Das Wetter ist noch eher mittelprächtig und ich bin froh das Futter in die Jacke gemacht zu haben. Erst hinter Hannover fahre ich ab.

Die Sonne zeigt sich nun auch und ich stimme mich langsam auf dem Urlaub ein. Rundherum sind erste kleine Berge zu sehen, als ich plötzlich eine Burg durch die Bäume auf einem der Berge ragen sehe. Als ich näher komme, fällt mir auf, dass es sich dabei um Schloss Marienburg handelt! Klar, denn ich bin ja in der Nähe von Hildesheim. Letztes Jahr kam ich aus einer anderen Richtung, als ich mir die Burg auf meiner Weserberglandtour 2019 angesehen habe. Ein tolles Bild bietet sich mir auch diesmal.

Schloss Marienburg aus der Ferne

Harz

Bei Seesen geht es dann in den schönen Harz. Über Claustal-Zellerfeld, Dammhaus, Sonnenberg, Sankt Andreasberg und Bad Lauterberg genieße ich die Wälder und erste schöne Kurven. Bei der Odertalsperre lege ich einen kurzen Halt ein, um ein Foto zu machen.

Odertalsperre
Odertalsperre (Talseite)

Thüringen

Bald befinde ich mich in Thüringen. Auf der Sommertour 2020 hatte es mir hier so gut gefallen, dass ich beschlossen hatte unbedingt mal eine Tour nach Thüringen zu planen. Nun ist es soweit und ich werde nicht enttäuscht.

Thüringen hat eine ganz besondere Stimmung finde ich. Anders als im platten Norden oder in wirklich bergigen Gebieten, kann man hier schön weit sehen und die besondere Aussicht genießen. Diese Weitläufigkeit durch die kleinen Berge und Täler mit weiten grünen Wiesen gefallen mir einfach sehr gut.

Mittlerweile zeigt sich auch die Sonne und es ist wirklich warm geworden. Das Wärmefutter muss raus.

Unendliche Weiten mit Hobbyfahrer
Unendliche Weiten mit Hobbyfahrer

Wartburg

Der erste Stop ist bei der Wartburg geplant. Nachdem ich kurz mit mir ringe, ob ich mir das in den Motorradsachen wirklich antun soll, besteige ich die gefühlten 1000 Stufen hoch zur Wartburg. Dabei verliere ich ein Stück der Metallkappe meiner Motorradstiefel und sehe nun aus wie der letzte “Assi” 😉

Ich muss aber zugeben, der Aufstieg hat sich gelohnt. Wie man den Fotos entnehmen kann, zeigt die Wartburg richtig etwas her.

Vor der Wartburg
Vor der Wartburg
Wartburg Innenbereich
Wartburg

Nach einer kurzen Trinkpause, muss es nun aber etwas flotter weitergehen, denn der nächste Halt ist die Sommerrodelbahn Ruhla, die um 18:00 Uhr schließt.

Sommerrodelbahn Ruhla

Ich komme aber rechtzeitig an, um noch zu fahren. Der freundliche Mitarbeiter lässt mich die steilste Sommerrodelbahn Deutschlands sogar kurz vor Feierabend noch ein zweites Mal fahren. Der Kamera Akku hat sich nämlich kurz vor Schluss der ersten Fahrt dazu entschieden aufzugeben und ich muss ihn noch schnell etwas laden, um das Rodel-Video aufnehmen zu können. Diese Bahn hat mir wirklich gut gefallen und lohnt sich. Klare Empfehlung an dieser Stelle!

Eineinhalb Stunden später komme ich dann in meinem Hotel “Goldener Hirsch” in Suhl an.

Thüringer Kloßsiegel

Das Hotel besitzt das “Thüringer Kloß Siegel” und nun bekomme ich ENDLICH meine Thüringer Klöße mit Sauce und Roulade.

Ich liebe gute Klöße, aber bei uns in Hamburg gibt es diese leider, wenn überhaupt, nur zur Weihnachtszeit.

Thüringer Klöße mit Roulade
Lecker

Schließlich muss ich noch die hiesigen Schnäpse testen. “Heimatlikör” (40% *hicks*) schmeckt mir sehr gut, aber auch “Suhler Waffenöl” (30% *lall*) mundet. Ein perfekter Tour Tag endet.

Tag 2: Thüringer Wald und Schiefergebirge

Ich starte heute vom Hotel aus Richtung Sonneberg. Das Wetter ist gut und die Temperatur perfekt. Ich genieße die Landschaft, von der ich gestern schon so geschwärmt habe. Thüringen sollte man einfach mal selbst besuchen.

Ich kriege Kaffeedurst und fange an nach Cafés Ausschau zu halten. Irgendwann fahre ich dann nach Saalburg-Ebersdorf. Dort kriege ich dann auch endlich ein Stück Torte, direkt an der Talsperre Bleiloch.

Talsperre Bleiloch

Als ich erholt von hier wieder starte, entdecke ich quasi direkt um die Ecke, zufällig eine Sommerrodelbahn. Natürlich muss ich also noch einen kleinen Stop einlegen.

Sommerrodelbahn
Sommerrodelbahn Saalburg

Zufrieden fahre ich weiter am Bleichlochstausee entlang. Toller Ausblick!

Staumauer Schleiz
Staumauer Schleiz (Bleilochtalsperre)
Staumauer Remtendorf
Staumauer Remptendorf

Dann befinde ich mich schon auf der Rückfahrt, denn ich habe den östlichsten Punkt meiner heutigen Tour bei Plothen erreicht.

Von Linkemühle geht es dann mit einer kleinen Fähre über die Saale.

Fähre über die Saale

Von der Fähre wieder heruntergefahren, geht es dann über enge Serpentinen bergauf. Immer wieder kann man zwischen den Tannen nach unten auf die Saale sehen und kurzfristig werden starke Erinnerungen an Norwegen wach.

Die Saale scheint eine traumhafte Region für Wassersportler und Naturfreunde zu sein.

Das Schiefergebirge gefällt mir wirklich gut und die Steigungen und Serpentinen machen Spaß zu fahren. Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich finde Thüringen ist eine super Mischung aus Weite, Stauseen, Bergen, Plateaus, Fernsicht und einem Wechselspiel zwischen Wäldern und Feldern. Aber ich denke nicht, dass diese Beschreibung der schönen Strecke heute gerecht wird. Daher lasse ich lieber die Bilder sprechen und gebe eine klare “Besuchsempfehlung”.

Tag 3: Rhön und Thüringer Wald

Die heutige Tour liegt südlich vom Thüringer Wald und es geht in die Rhön. Das erste Ziel ist das Schwarze Moor, das auf einer Hochebene liegt. Man spürt wie sich die Landschaft von Wald zu Moor verändert. Durch dieses Naturschutzgebiet führt eine kleine Straße ohne größere Parkmöglichkeiten, um dieses einzigartige Biotop nicht weiter zu stören.

Schwarzes Moor Röhn
Schwarze Moor

Durch das Schwarze Moor geht es dann direkt zur Wasserkuppe.

Landebahn Wasserkuppe Röhn
Landebahn Wasserkuppe

In der Fliegerschule trinke ich einen Kaffee und esse Kuchen. Dabei habe ich einen ungestörten Blick auf die Landebahn. Leider sind keine Flieger unterwegs, denn es ist sehr windig.

Nach der Wasserkuppe geht es wieder langsam zurück in den Thüringer Wald. Im Schloss Elisabethenburg in Meiningen will ich einen Stop machen, um dort auch einen Thüringer Kloß zu probieren.

Schloss Elisabethenburg Meiningen
Schloss Elisabethenburg Meiningen

Leider ist das Restaurant um 15:00 Uhr schon geschlossen. Spontan gehe ich dann in das Turm Café mit seinem besonderen Ambiente. Der Kuchen hier ist wirklich lecker und der Ausblick schön.

Kaffee im Schloss Elisabethenburg Meiningen
Beindruckend

Nun ist es aber wirklich sehr warm und ich bin froh, als mich der Fahrtwind wieder etwas abkühlt.

Kurz vor Oberhof sehe ich auf der rechten Seite eine Skisprungschanze und auch später in Oberhof merkt man, dass hier im Winter richtig etwas los sein muss.

Schanzenanlage Kanzlersgrund
Schanzenanlage am Kanzlersgrund

Es geht weiter durch die typischen Landschaften des Thüringer Walds bis nach Schmücke, zu einem spontanen Fotostop.

Aussicht Parkplatz Schmücke
Aussicht Parkplatz Schmücke

Die Rhön hat einen ganz besonderen Charme und besonders das Schwarze Moor ist wunderschön und bestimmt auch mit dem Rad oder zu Fuß ein echtes Erlebnis.

Am Abend gibt es im Hotel natürlich wieder Klöße und mit einem Heimatlikör endet auch dieser Tag.

Tag 4: Rückfahrt über den Harz

Die Zeit ist mal wieder gerast und ich esse mein letztes Frühstück diesen Urlaub im Hotel. Dann packe ich meine Sachen und starte die Rücktour.

Blick auf Thüringen
Ein letzter Rückblick auf Thüringen

Ich genieße noch einmal die schöne Landschaft, wenn auch bei bedecktem Himmel heute. Dann lasse ich den Thüringer Wald in guter Erinnerung hinter mir.

Noch gibt es aber kein Urlaubsende zu betrauern, denn es liegt eine lange Fahrt vor mir, die mich bald in den Südharz führt. Von hier aus fahre ich nach Stolberg, um eine Kaffeepause einzulegen. Das nette Eiscafé von meinem letzten Besuch hier hat leider geschlossen, dafür finde ich ein anderes Café mit leckeren selbstgemachten Torten.

Stollberg Harz
Stolberg

Das Wetter hält sich noch gut, aber auf dem Regenradar sehe ich, wie eine Schlechtwetterfront auf meine Route zusteuert. Ich mache mich also lieber schon mal wetterfest. Und tatsächlich, nach einigen trockenen Kilometern pladdert es plötzlich los. Schlagartig gehen die Temperaturen runter auf 8 Grad und ich bin froh mich umgezogen zu haben.

Zum Glück habe ich einen Stop in der Bavaria Alm in Torfhaus geplant. Das ist nicht mehr allzu weit weg und dort werde ich mich aufwärmen können.

Angekommen, bestelle ich mir eine heiße Kartoffelsuppe und zum Nachtisch eine Waffel. Sehr lecker! Mir wird wieder warm, die Kleidung kann trocknen und ich genieße die Pause. Draußen klart es langsam aber sicher auf und als ich mich warm eingepackt wieder auf den Weg mache, ist es immer noch trocken.

Torfhaus, Blick auf den Brocken
Torfhaus, Blick auf den Brocken

Noch ein paar letzte Kurven nehme ich mit und genieße die letzten Strecken durch den Wald. Meine Route schlängelt sich immer direkt an der Grenze zur Schlechtwetterfront, aber die meiste Zeit habe ich Glück und bleibe nahezu trocken. Auch, wenn es spektakulär aussieht, im Harz möchte ich nun nicht mehr sein, denn dort hängt ein großer dunkler Schleier über der Landschaft. Es muss schütten wie aus Eimern.

Irgendwann sehe ich die letzten Berge nur noch im Rückspiegel und dann geht es auch schon bald auf die Autobahn und endgültig in Richtung Hamburg.

Leichte Regenschauer begleiten mich immer wieder bis an die Hambuger Landesgrenze.

Hamburg meine Perle

Nach 1724 km und 9 Klößen erreiche ich gegen 21:00 Uhr mein Zuhause.

Fazit

Der Thüringer Wald und das Schiefergebirger mit der Saale sind wunderschön. In Verbindung mit der Rhön kann man hier einen besonderen Charme und einige tolle Motorradtage erleben.

Außerdem ist die Küche auch noch sehr gut und preiswert.

Thühringen, das Land für Tourenfahrer!

Weitere Bilder und Videos folgen nach Materialsichtung 😉

Tourverlauf

Touerverlauf

Reisezeit: 03.07. – 06.07.2020

Zuletzt geändert: 9. Juli 2020

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